46ers-Physio Nico Brendel mit Tricks und Kniffen – Besondere Herausforderung in der Isolation

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46ers-Physio Nico Brendel mit Tricks und Kniffen – Besondere Herausforderung in der Isolation

Neben den Spielern und den Coaches hat auch Physiotherapeut Nico Brendel mit den Besonderheiten der Isolation und deren Herausforderungen zu kämpfen. Um die Gesundheit und Fitness der Akteure der JobStairs GIESSEN 46ers zu gewährleisten, ist jeder Tag entscheidend, um die Qualität bestmöglich auf das Parkett zu bringen. Nun folgt die intensive Betreuung nicht mehr im direkten Kontakt, was die Arbeit selbstverständlich erschwert. Wie der 24-Jährige diese Herausforderungen meistert und welche Tricks ihm dabei helfen, erzählt er uns im folgenden Interview:

Nico, neben den Spielern und Coaches musst du ebenfalls deine Zeit in Quarantäne verbringen. Wie geht es dir in dieser besonderen Situation?

„Mir geht es gut. Es ist natürlich erstmal komisch, wenn man jeden Tag mit der Mannschaft in der Halle ist und plötzlich für zwei Wochen zuhause bleiben muss, aber man passt sich den Umständen an. Der Tag zieht sich ganz schön in die Länge, wenn man seine Wohnung nicht verlassen darf, aber ich fülle ihn mit Netflix, langem Kochen und den gemeinsamen Trainingseinheiten über die Internetplattform Zoom, die täglich zweimal mit unserem Athletiktrainer und mir stattfinden. Ich kann es aber kaum abwarten, nächste Woche meiner Arbeit mit dem Team in der Osthalle wieder nachzugehen.“

Aufgrund deiner Tätigkeit als Physiotherapeut ist der enge Kontakt zu den Spielern eigentlich unabdingbar. Dennoch herrscht aktuell durch die häusliche Isolation ein spezieller Zustand vor, den es zu bewältigen gilt. Wie führst du deine Arbeit nun aus? Welche Tricks und Kniffe wendest du dabei an?

„Direkt an der Behandlungsbank arbeiten ist leider zurzeit nicht möglich, dafür arbeite ich mit der Mannschaft morgens über Zoom. In den 45-minütigen Einheiten wird aktiv gestretcht, mobilisiert und ausgerollt. Der Körper kommt um diese Uhrzeit gut auf Temperatur und natürlich verfolge ich damit auch den verletzungspräventiven Aspekt, der in dieser Zeit noch mehr in den Vordergrund rückt.“

Der ständige Austausch mit den Spielern zu ihrer körperlichen Konstitution ist dir sehr wichtig. Führst du auch individuelle Trainingseinheiten mit den Spielern aus oder wie kann man sich den persönlichen Kontakt auf Distanz bei dir vorstellen?

Natürlich telefoniere und schreibe ich viel mit den Jungs, um mich nach ihrem Gesamtzustand zu erkunden und ihnen gegebenenfalls Tipps für die Quarantänezeit zu geben, damit sie diese so sinnvoll wie möglich nutzen können. Ansonsten machen wir vor Beginn jeder Saison ein Screening, um zu analysieren wo sich der Spieler körperlich noch verbessern kann. Die individuell erstellten Trainingspläne sind durch die gesamte Saison Wegbegleiter, die abseits vom normalen Basketballtraining gemacht werden. Dafür eignet sich jetzt die Zeit zuhause besonders, um an diesen Kleinigkeiten zu arbeiten.“

Eine abschließende Frage. Wenn die Spieler aus der Quarantäne wieder entlassen worden sind, auf was musst du am meisten achten und warum? Schließlich könnte man sagen, dass sie von null auf hundert schalten müssen, da bereits drei Tage nach planmäßiger Freistellung die easyCredit BBL-Saison mit dem Heimspiel gegen ratiopharm ulm losgeht.

Sicherlich wird der Physioraum nächste Woche viel mehr besetzt sein als noch vor der Quarantäne (lacht). Die Muskulatur wird definitiv anders auf die Belastung reagieren. Ich werde viel auf Regenerationsmaßnahmen zurückgreifen, damit die Spieler am nächsten Tag wieder 100% leistungsbereit sind. Der wichtigste Faktor nach der 14-tägigen Isolation ist aber ganz klar die Belastungssteuerung im Training. Wir haben nur drei bis vier Einheiten, um uns auf das Spiel gegen Ulm vorzubereiten und müssen ein gutes Gleichgewicht finden, sodass sich niemand schwerer verletzt, das Training aber trotzdem so effektiv wie möglich stattfinden kann. Ein ständiger Austausch mit den Coaches ist da unumgänglich. Man muss bedenken: Die Muskulatur war zwei Wochen keinen basketbetballspezifischen Bewegungen und Reizen ausgesetzt, da muss die Trainingswoche schon den Gegebenheiten entsprechend angepasst werden. Es liegt jetzt ein hartes Stück Arbeit vor uns allen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir diese Situation als Team meistern und dann auch Siege in der Liga einfahren werden. Hoffentlich bald wieder vor Zuschauern in unserer Sporthalle Gießen-Ost.“

Vielen Dank für die Einblicke, Nico!

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