Der Knoten ist geplatzt – JobStairs GIESSEN 46ers besiegen Tabellenzweiten MHP RIESEN Ludwigsburg mit 98:88

Foto: Richard STephan - der Stadtfotograf

Der Knoten ist geplatzt – JobStairs GIESSEN 46ers besiegen Tabellenzweiten MHP RIESEN Ludwigsburg mit 98:88

Die JobStairs GIESSEN 46ers eröffneten am frühen Samstagabend den 17. und letzten Vorrundenrundenspieltag. Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge war ausgerechnet der Tabellenführerschreck MHP RIESEN Ludwigsburg zu Gast, die aktuell auf dem zweiten Platz der Tabelle stehen und am vergangenen Spieltag dem FC Bayern München die erste Saisonniederlage zufügten. 3.185 Zuschauern in der Sporthalle Gießen-Ost sahen dabei eine ausgeglichene Partie. Im Schlussviertel jedoch konnte das Team von Cheftrainer Ingo Freyer mit einer kämpferischen Vorstellung und angetrieben von den lautstarken Fans in der Osthalle das Spiel an sich reißen. Die Partie endete schließlich mit 98:88 für die 46ers. Überragender Akteur der Hausherren war Matt Tiby, der mit 23 Punkten, fünf Rebounds und sechs Assists das Scoreboard ordentlich füllte. Auf Seiten der Gäste war Khadeen Carrington mit 20 Zähler erfolgreichster Korbschütze.

Bei den JobStairs GIESSEN 46ers stellten Stephen Brown, Teyvon Myers, Brandon Thomas, Matt Tiby und Kapitän John Bryant die Startformation für das Team von Cheftrainer Ingo Freyer. Für die von John Patrick trainierten Ludwigsburger sollten es zu Beginn Khadeen Carrington, Jaleen Smith, Marcos Knight, Thomas Wimbush und Jonas Wohlfahrt-Bottermann richten.

Zu Beginn erwies sich der Start in die Partie für beide Teams etwas zerfahren. Während die Gießener durch den Dreier von Brown in Rhythmus zu kommen schienen, waren es die Ludwigsburger, die sich vor allem durch Smith einen kleinen Vorsprung generierten (4:10, 3.). Die Einwechslung des wieder genesenen Petrasek, der fünf Zähler in Folge erzielte, sorgte dann aber für mehr Schwung in die Partie (9:11, 6.). Daraufhin nahm Ludwigsburg-Trainer Patrick die erste Auszeit der Partie. Doch davon ließen sich die Hausherren nicht stoppen, Tiby per And-One sowie Thomas per Dreier erzielten die erste Gießener Führung der Partie (15:11, 9.). Bis zum Viertelende sollten die Barockstädter nochmal ein wenig verkürzen können, die Führung blieb jedoch auf Seiten der Mittelhessen (18:16, 10.).

Im zweiten Viertel kam Thomas Wimbush besonders heiß aus der Viertelpause. Acht Zähler erzielte der US-Amerikaner und war somit für die 22:27-Führung der Gäste verantwortlich (12.). Doch unbeeindruckt davon kämpften sich die 46ers mit dem heimischen Publikum im Rücken wieder heran. Ein And-One von Brown zum 29:27 bedeutete den erneuten Führungswechsel (14.). Weitere Zähler durch Tiby, Myers und Bryant ließen den Vorsprung auf sechs Zähler anwachsen, weshalb Ludwigsburg eine Auszeit nahm (36:30, 16.). Ein 6:0-Lauf der Gäste später wurde die nächste Auszeit beim Kampfgericht der Osthalle beantragt, diesmal aber von Gießen-Headcoach Freyer (36:36, 18.). In der Folge kühlte die Partie wieder ein wenig ab, dennoch sollte der Vorsprung zur Halbzeit wieder auf die Seite der Lahnstädter übergehen (42:38, 20.).

Munter ging die Partie auch in der zweiten Halbzeit weiter. Zwar hatten beide Teams leichtfertige Ballverluste, dennoch sollten wie zu Beginn der ersten Halbzeit die Ludwigsburger leichte Vorteile haben. Ein Dreier von Leissner zum 49:51 stellte den erneuten Führungswechsel dar, wobei Myers per Korbleger und Petrasek von jenseits der Dreipunktelinie auf der Gegenseite die passende Antwort parat hatten (54:51, 25.). Die Intensität stimmte in der Defensive und auch in der Offensive lief es fortan. Der stark aufspielende Thomas brachte sein Team per Dreipunktespiel nahe einer zweistelligen Führung (61:53, 27.). Zahlreiche sehenswerte Spielzüge mit cleveren Assists zierten in der Schlussphase des dritten Viertels das Spiel der Gießener, während die Gäste aus Baden-Württemberg per Dreier erfolgreich waren. So ging es mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung in das letzte Viertel (71:66, 30.).

Während RIESEN-Trainer John Patrick weiter auf eine kleine Formation setzte, vertraute 46ers-Headcoach Ingo Freyer im Schlussabschnitt einem relativ großen Line-Up auf dem Parkett. Dies machte sich bezahlt. Spätestens als Bjarne Kraushaar den Ball in den Korb zauberte, um auf die 77:68 zu erhöhen, hatte Patrick genug gesehen und bat seine Mannschaft zum Timeout (33.). Der Tabellenzweite aus Ludwigsburg ließ nicht locker, doch Gießen in Person der Power Forwards Tiby und Petrasek stemmte erfolgreich dagegen an – Timeout Ludwigsburg (88:77, 36.). Doch auch in den Folgeminuten konnten sich die Mittelhessen dank lautstarker Unterstützung in der Osthalle behaupten, während die Partie für Ludwigsburgs Carrington mit zwei technischen Fouls vorzeitig beendet war. Der Korbleger von Jordan Barnett zum 96:86 besiegelte schließlich den Sieg (40.). Am Ende leuchtete ein hochverdienter 98:88-Heimsieg auf der Anzeigetafel der Sporthalle Gießen-Ost.

Das nächste Spiel am kommenden Sonntag ist gleichzeitig das dritte Heimspiel in Folge. Zu Gast in Mittelhessen ist das Team von medi bayreuth, mit denen noch eine offene Rechnung aus der Hinspiel-Niederlage kurz vor dem Jahreswechsel besteht.

Ingo Freyer (Cheftrainer JobStairs GIESSEN 46ers): „Ich kann auch nur auf das Scouting zurückgreifen. Wir haben diesmal auch im Rebound gewonnen und unser Gameplan war es, die Stärken der Ludwigsburger wegzunehmen und mit der gleichen Toughness aufzutreten. Das sagen wir uns aber natürlich in jedem Spiel, doch heute hat es wirklich gut geklappt und das vor allem im Kollektiv. Ich will da keinen hervorheben oder rausnehmen, denn alle, die heute gespielt haben, haben einen großen Anteil an unserem Sieg gehabt.“

John Patrick (Cheftrainer MHP RIESEN Ludwigsburg): „Ich möchte der Gießener Mannschaft und Ingo zu einem verdienten Sieg gratulieren. Wir haben unseren Gameplan gehabt, aber Gießen hat mit mehr Herz gespielt. Kompliment an Bjarne Kraushaar, der hervorragend gespielt hat. Wir dachten, wir hätten da etwas Druck machen können, was aber nicht geklappt hat. Gießen hat 72 Prozent der Zweier getroffen und hatte besonders in der zweiten Halbzeit wenige Turnover. Vielleicht ist es für uns aber auch menschlich, dass wir nach unserem Bayern-Sieg auf dem Boden zurückgeholt werden und unsere Hauptdarsteller nicht so konzentriert dabei waren, wie wir es gebraucht hätten. Aber Kompliment an Gießen, sie haben 40 Minuten intensiv als Mannschaft gespielt und verdient gewonnen.“

JobStairs GIESSEN 46ers – MHP RIESEN Ludwigsburg 98:88 (42:38)

Viertelergebnisse: 18:16, 24:22, 29:28, 27:22 

JobStairs GIESSEN 46ers: Stephen Brown (9 Punkte, 6 Assists), Bjarne Kraushaar (7), Teyvon Myers (16, 6 Rebounds), Tim Köpple, Alen Pjanic (3), Tim Uhlemann, Matthew Tiby (23, 6 Assists), Leon Okpara, Luke Petrasek (14, 6 Rebounds, 5 Blocks), Jordan Barnett (8), Brandon Thomas (14), John Bryant (4)

MHP RIESEN Ludwigsburg: Khadeen Carrington (20 Punkte), Nick Weiler-Babb (5), Jaleen Smith (16), Konstantin Konga, Marcos Knight (7), Radii Caisin, Jonas Wohlfahrt-Bottermann, Thomas Wimbush (16), Tanner Leissner (11), Christian von Fintel, Hans Brase (13)

Zuschauer:  3.185 Zuschauer 

Nächstes Spiel: So., 02.02.2020, 15:00 Uhr: JobStairs GIESSEN 46ers – medi bayreuth

 

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