Erfahrene Karnevalisten setzen sich durch – JobStairs GIESSEN 46ers 96:112 unterlegen

Foto: Jörn Wolter

Erfahrene Karnevalisten setzen sich durch – JobStairs GIESSEN 46ers 96:112 unterlegen

Das Karnevalsspiel der easyCredit Basketball Bundesliga endete am 20. Spieltag mit einer 96:112-Auswärtsniederlage für die JobStairs GIESSEN 46ers. Im mit 6.000 Jecken ausverkauften Telekom Dome zeigten die Mittelhessen eine beeindruckende Moral und holten zwischenzeitlich einen 21-Punkte-Rückstand auf. Doch die dadurch entstandene knappe Halbzeitführung von 48:46 der Telekom Baskets Bonn war im weiteren Spielverlauf der marginalste Abstand, den die 46ers erreichen sollten. Am Ende zeigten sich die Rheinländer treffsicher und schnürten das Karnevalsgeschenk für die heimischen Jecken zu. Für die Gießener waren Teyvon Myers (21 Punkte) und Brandon Thomas (17) die treffsichersten Akteure an diesem Abend.

In dieser besonderen Partie bekam Kendall Gray eine Pause verordnet und Jordan Barnett sollte als 46ers Spieler verkleidet in das Geschehen mit eingreifen. Der Forward stand aber noch nicht in der Starting Five, welche zunächst mit Stephen Brown, Teyvon Myers, Brandon Thomas, Matt Tiby und Luke Petrasek besetzt war. Die Rheinländer setzten unter Neu-Headcoach Will Voigt auf Eugene Lawrence, Trey McKinney-Jones, Branden Frazier, Benjamin Simons und Martin Breunig.

Es waren die Hausherren, die gleich mit einem Paukenschlag begannen. Ein And-One von McKinney-Jones und ein Dreipunktespiel von Breunig stellten direkt zum 6:0 (1.). Die Gießener Fehlwürfe nutzten abermals die Bonner durch den deutschen Center Breunig und einen einfachen Korbleger (8:0, 2.). Der 8:0-Lauf war im Anschluss für den 46ers-Cheftrainer Ingo Freyer genug und er beantragte eine Auszeit. Die Pause vermochte Petrasek Zielgenauigkeit zu vermachen, doch direkt im Gegenzug waren es Frazier und Simons aus der Distanz, die auf 14:3 (4.) stellten. Während sich die 46ers langsam an das Umfeld gewöhnten und Pjanic direkt seinen ersten Dreipunktewurf einlötete, waren es dennoch die Baskets, die weiter durch McKinney-Jones und Simmons den Abstand auf 17:6 hielten (5.). Einen Thomas-Treffer aus der Ecke beantwortete McKinney-Jones postwendend mit einem weiteren Dreipunktespiel zum 20:9 (5.). Über einen Kraushaar-Korbleger kamen die Mittelhessen dann unwesentlich hinaus, denn abermals waren es die Bonner über Breunig, Frazier und Yorman Polas Bartolo, die weiter am Ergebnis schraubten (27:11, 7.). Ein entfesseltes Bonner Viertel endete mit 35:16.

Insbesondere die niedrige Trefferquote von 33% hieß es für die JobStairs GIESSEN 46ers im nächsten Abschnitt in den Griff zu bekommen. Kapitän John Bryant schien sich dabei im Inside-Spiel gemeinsam mit Myers dieser Aufgabe zu widmen (20:35, 12.). So war ein kleiner 4:0-Zwischenlauf geboren, den erst der Ex-Gießener Benjamin Lischka unterbrach. Die Ansätze von Thomas & Co. gingen jedoch weiter voran (23:37, 14.) und die spielerischen Elemente sollten ebenfalls langsam Fuß fassen: Zunächst spielte Bryant den an der Baseline cutteten Jordan Barnett an und im Anschluss sollte Thomas ein Anspiel vom Center versenken (28:39, 15.). Der 46ers-Kapitän animierte weiter seine Kollegen und sollte auch als Punktelieferant in dieser Phase agieren (30:39, 15.). Die nächsten Stationen sollten Dreier von Tiby und Youngster Bjarne Kraushaar sein, die den Bonner Headcoach Will Voigt zum Time-Out zwangen (36:42, 16.). Doch das Gießener-Spiel nahm weiter Fahrt auf. In der Defense bekamen die Hausherren keine einfachen Würfe mehr präsentiert und offensiv war Myers beherzt zum Korb unterwegs (38:42, 17.). Erst Breunig aus der Nahdistanz und McKinney-Jones brachten wieder etwas Sand in das mittelhessische Getriebe (40:48, 18.). Doch Thomas fand sein Wurfglück wieder einmal aus der Ecke und verbuchte dadurch die nächste Auszeit der Baskets (42:48, 19.). Der US-Amerikaner legte von der Bonuslinie nach und war beim Durchtanken ganz weit vorne, sodass zur Halbzeitpause ein 46:48 auf der Anzeigetafel leuchtete.

Die Wurfquoten der Kontrahenten waren nun nahezu ausgeglichen, dies sollte aber zunächst beim Spielstand nicht passieren – McKinney-Jones sowie Kraushaar und Tiby begannen treffsicher aus dem Feld (50:53, 22.). Myers behauptete sich im Anschluss beim Zug zum Korb, doch es waren die Baskets, die mit Frazier, Simons und McKinney-Jones einen 7:0-Run hinlegten und ein 60:52 (24.) erkämpften. Ein Time-Out der Mittelhessen sollte Simons & Co. auch nicht eindämmen und so stand es 62:52 (25.) für die Rheinländer. Erst Myers von der Freiwurflinie und mit einem Korbleger sollte dem Ganzen Einhalt geben (57:62, 26.). Doch dem Aufbäumen entgegneten die Bonner mit Zählern von Breunig und Simons zum 66:57 (27.). Aber die Gießener blieben ihrerseits hartnäckig, wie Tiby unter anderem bei einem Dreipunktespiel unter Beweis stellte (60:66, 27.). Den Schlussrhythmus bestimmten dennoch die Telekom Baskets Bonn, die mit einer 80:66-Führung in den finalen Akt gingen.

Dieser begann für die Mittelhessen mit justierten Händen von Petrasek und Brown, die gleich beide von Downtown erfolgreich waren (72:80, 31.). Den Schwung ließen sich die 46ers auch nicht von einer Auszeit der Rheinländer nehmen – mit Tip-In von Petrasek und Punkte von Brown setzte man weiter Akzente (76:82, 33.). Doch die Antwort der Bonner sollte nicht lange auf sich warten lassen: Alec Brown von jenseits der Dreipunktelinie und McKinney-Jones mit seinen Punkten 20 und 21 wahrten die Präsenz (87:76, 34.). Im Anschluss folgte ein kurzer Schlagabtausch der Browns, die jeweils aus der Nahdistanz zuschlugen und auf 89:78 (35.) stellten. Nach einem Time-Out der 46ers waren auch die Gäste wieder mit Barnett und Brown im Geschehen (85:89, 36.). Während Letzterer mit seinem fünften Foul ausschied, war im Gegenzug Breunig zur Stelle und ließ ein And-One zum 92:85 (27.) sprechen. Die eingeläutete Crunchtime sollte für die JobStairs GIESSEN 46ers beim Stand von 85:95 ein Kraftakt bedeuteten. Petrasek und Barnett fanden zwar sechsmal gute Argumente für eine Schlussoffensive, doch Frazier und der starke McKinney-Jones boten eindrucksvoll pari (91:100, 38.). So blieb das Happy End den Mittelhessen verwehrt und man ging mit einer 96:112-Auswärtsniederlage vom Parkett.

Nach dem Karneval geht es für die JobStairs GIESSEN 46ers ebenfalls in der Fremde bei RASTA Vechta weiter. Diese Partie findet am Samstag, den 29. Februar um 20.30 Uhr im RASTA Dome statt.

Ingo Freyer (Cheftrainer JobStairs GIESSEN 46ers): „Also ehrlich gesagt war es eine ganz schöne Hölle. Es war ein super Publikum und wenn alle bei den Karnevalsliedern, die hier alle kennen, einstimmen, war es wirklich sehr schwer zu spielen. Es ist deshalb umso bedauernswerter, dass wir da zugestimmt haben, dass wir dieses Spiel hier heute spielen sollten. Das war schon ein enormer Nachteil. Wir haben den Rhythmus einfach nie so wirklich gefunden. Deshalb ist der Sieg so wie er kam dann auch in Ordnung.“

Will Voigt (Cheftrainer Telekom Baskets Bonn): „Bei dem, was ich mit meinem gebrochenen Deutsch so verstehen konnte, stimme ich Coach Freyer zu. Die Stimmung war wirklich enorm, das gibt uns sehr viel Energie. Die Jungs haben einen super Job gemacht und sind den meisten Teil des Spiels mit viel Aggressivität aufgetreten.“

Telekom Baskets Bonn – JobStairs GIESSEN 46ers 112:96 (48:46)

Viertelergebnisse: 35:16, 13:30, 32:20, 32:30 

Telekom Baskets Bonn: Trey McKinney-Jones (27 Punkte), Eugene Lawrence (6), Benjamin Lischka (2), Branden Frazier (18), Martin Breunig (20), Yorman Polas Bartolo (7), Alec Brown (10), Kilian Binapfl (2), Gabriel de Oliveira, Benjamin Simons (18), Stephen Zimmermann (2)

JobStairs GIESSEN 46ers: Stephen Brown (11), Bjarne Kraushaar (11), Teyvon Myers (21, 7 Rebounds), Tim Köpple, Alen Pjanic (2), Tim Uhlemann, Matt Tiby (8, 8 Rebounds), Leon Okpara, Luke Petrasek (11), Jordan Barnett (11), Brandon Thomas (17), John Bryant (4)

Zuschauer: 6.000 (ausverkauft)

Nächstes Spiel: Sa., 29.02.2020, 20.30 Uhr: RASTA Vechta – JobStairs GIESSEN 46ers

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