Trotz verbesserter Defensive: Rackelos müssen im Schlussviertel abreißen lassen

Foto: Sven Kuczera

Trotz verbesserter Defensive: Rackelos müssen im Schlussviertel abreißen lassen

Defensiv zeigten sich die ohne Tim Köpple (Gehirnerschütterung) angereisten Depant GIESSEN 46ers Rackelos im Duell mit dem FC Bayern München II in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB-Süd zwar verbessert. Dennoch kamen die Mittelhessen am Samstag nicht über ein 66:76 (36:37) hinaus. Knackpunkt waren die ersten fünf Minuten des letzten Viertels, in denen die Hausherren einen am Ende vorentscheidenden Vorsprung aufs Parkett legten. Leon Okpara erwischte mit 21 Zählern einen Sahnetag.

Dabei fanden die Mittelhessen besser in die Partie und konnten durch einen Jumper von Johannes Lischka gefolgt von einem Dreier von Okpara mit 5:0 in Führung gehen. Kurz darauf handelte sich der Combo-Guard der Rackelos aber zwei schnelle Fouls ein. Dass Okpara dennoch auf dem Parkett bleiben durfte, sollte sich bezahlt machen. Mit insgesamt neun Punkten sollte er seine Farben bereits im ersten Viertel anführen. Zuvor war es jedoch Julian Pesava, der nach Zuspiel von Tim Uhlemann aus dem Dreipunkteland netzte. Jason George knallte den Gießenern direkt im Gegenzug einen Dreier vor den Latz. Treffer in Brettnähe durch Uhlemann, Matej Rudan und Wyatt Lohaus sorgten in der Folgezeit für ein munteres Auf und Ab. Nachdem Okpara aber per Layup auf 14:10 stellte (5.), wurde die Partie wilder. Ballverluste prägten das Bild, München dominierte zudem am offensiven Brett und durfte sich nach einem Rebound von Rudan über das 12:14 freuen. George tat es seinem Teamkameraden gleich und schloss eine Sequenz via Korbleger ab, die mit zwei offensiven Abprallern der Isarstädter begonnen hatte. Okpara bewies jedoch Kampfkraft, kontrollierte seines Zeichens einen Fehlwurf von Filip Krämer und sorgte an der Bonuslinie für die nächsten Zähler. Lohaus und kurz nach Beginn des zweiten Viertels Hannes Osterwalder erhöhten die Foultrouble der Mittelhessen und ritzten sich ihr zweites beziehungsweise drittes „Persönliches“ ins Kerbholz. Dessen ungeachtet stieg Okpara zum Jumper empor und wahrte die 20:16-Führung, die die Bayern bis zur Viertelpause durch Freiwürfe aber auf 19:20 eindampfen konnten. Generell war es die Effizienz der Hausherren von der Charity-Linie, die ihre maue 27%-Quote aus dem Feld kompensierte.

Der zweite Abschnitt begann durchwachsen, bevor sich die Reboundhoheit des FCB sukzessive bezahlt machte. Via Tip-in war es Moritz Noeres, dem die ersten Punkte nach eineinhalb Minuten glückten. Drei weitere Offensivrebounds in Folge verhalfen Julius Düh zu einem erfolgreichen Abschluss. Erst nach drei Minuten durschlug Lischka den gordischen Knoten und legte zum 22:24 ab. Nach einer Münchener Auszeit zogen diese bis auf 30:22 (15.) davon. Erst Okpara, der kurz zuvor wieder eingewechselt worden war, belebte das Angriffsspiel seiner Farben und verwandelte aus der Mitteldistanz. Lohaus ließ gleich in der nächsten Sequenz das 26:30 folgen. Ein Layup von Lischka gefolgt von Freiwurfzählern Krämers und einem Jumper des umtriebigen Okparas sorgten für den ersten Ausgleich nach fast neun Minuten (32:32, 19.). Als der 20-Jährige nach Zuspiel von Lischka in der Schlussminute das 36:35 aus der Dreipunktedistanz erzielte, riss es die fünf mitgereisten Fans aus den Sitzen. An der Freiwurflinie war es dann aber Noeres, der den Halbzeitstand von 37:36 markierte.

Nach dem Seitenwechsel legten die Rackelos los wie die Feuerwehr: Okpara bediente gleich im ersten Angriff Lischka, der locker am Brett abschloss. Wenig später erzwang Sebastian Brach einen Steal und bedient erneut den Kapitän im Fastbreak, der trotz eines Fouls scorte. Ein Dreier von Lohaus zum 44:39 (22.) beendete dann aber die Sturmphase der Gäste. Bis zur Viertelmitte zauberten die Süddeutschen einen 8:0-Lauf aufs Parkett, den Düh mit einem kraftvollen Dunk abschloss (47:44, 25.). Die Rackelos intervenierten mit einer Auszeit. Immerhin defensiv zeigten sich die Gäste in der Folgezeit verbessert: In einem Kampf um jeden Zentimeter des Parketts waren es Lohaus und Pesava, die mit ihren Jumpern dagegenhielten (48:49, 28.). Danach blieben beide Teams jedoch drei Minuten lang ohne Korberfolg, wobei selbst eine Gießener Angriffssequenz mit drei erbeuteten Offensivrebounds fruchtlos bleiben sollte. Dementsprechend ging es mit einem Mini-Rückstand ins Schlussviertel.

Hatten zu diesem Zeitpunkt beide Teams ihren Offensivrhythmus eingebüßt, fanden jetzt alleine die Bayern zu selbigem zurück. Schnelle Punkte durch Erol Ersek und George, der bei seinem Layup Okpara das vierte Foul anhängte, markierten einen 4:0-Blitzstart. Diesen konnte Okpara zwar via Jumper beenden. Nach weiteren Feldkörben durch Ersek und Frankl-Maus blieb dem Gießener Trainergespann dann aber nur die Auszeit (58:50, 33.). Weiterhin ließen die Rackelos zu viele Chancen ungenutzt, weshalb ein Dreier von Rudan gefolgt von Freiwurfzählern durch Frankl-Maus eine zweistellige Führung auf die Anzeigetafel des Audi Domes brachten (63:50). Dann schlug die Stunde von Krämer: Erst mit einem kraftvollen Dreipunktespiel, danach mit einem Defensivrebound, den der Center auf Brach ablegte, welcher seinerseits das Tempo forcierte und per Layup verwandelte, kamen die Gäste wieder auf Tuchfühlung (55:63, 35.). Die anschließende bayerische Auszeit zeigte Wirkung, weshalb Düh an der Linie und Rudan am Brett die Vorentscheidung erzwangen (67:55, 36.).

Noch hatten die 46ers aber Diesel im Tank: Angeführt von Lohaus wurde es nochmals ein knappes Spiel. Der US-Guard bediente zunächst Okpara, der per Dunk verwandelte. Ein Layup, Jumper und zwei Freiwürfe von Lohaus ließen die Münchener Führung bei noch 108 Sekunden auf 63:69 schmelzen. Im nächsten bayerischen Angriff beging Okpara dann aber sein fünftes Foul und musste ausgewechselt werden: der Enthauptungsschlag. Uhlemann und Pesava versuchten Fortuna durch schnelle Dreier ein letztes Mal auf mittelhessische Seite zu ziehen, verfehlten aber. Sasha Grant und Rudan machten in der Schlussminute den Deckel drauf, weshalb Lohaus‘ Dreier zum 66:76 nicht nur zu spät kam, sondern zugleich den Endstand bedeutete.

Es war die dritte Niederlage für die Mittelhessen in Folge, die damit von den ersten vier Plätzen rutschen. Auf die Relegationsplätze haben die Depant GIESSEN 46ers Rackelos nun nur noch vier Punkte Luft. Das drittletzte Hauptrundenspiel findet nächsten Samstag um 20.00 Uhr auf heimischen Osthallenparkett statt. Zu Gast ist dann der Ligazweite: die TG s.Oliver Würzburg.

Rolf Scholz (Cheftrainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Wir haben drei Viertel ordentlich gespielt, was ein kleiner Fortschritt zu den letzten Wochen ist. Unsere Verteidigung war über weite Strecken in Ordnung. Vorne haben wir es uns aber oft selbst zu schwergemacht und zu viele Chancen verpasst.“

FC Bayern München Basketball II – Depant Gießen 46ers Rackelos 76:66 (37:36)

Viertelergebnisse: 19:20, 18:16, 12:12, 27:18

Depant Gießen 46ers Rackelos: David Amaize, Filip Krämer (5 Punkte), Tim Uhlemann (2), Leon Okpara (21), Johannes Lischka (13, 9 Rebounds), Julian Pesava (5), Wyatt Lohaus (18), Sebastian Brach (2), Hannes Osterwalder.

FC Bayern München Basketball II: Jason George (14), Nils Schmitz, Viktor Frankl-Maus (12), Matej Rudan (26), Erol Ersek (6), Moritz Noeres (4), Jacob Knauf (2), Julius Düh (8), Sasha Grant (4).

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