Kampfkraft reicht nicht – Rackelos unterliegen Elchingen 61:69

Kampfkraft reicht nicht – Rackelos unterliegen Elchingen 61:69

In einem vom puren Kampf dominierten Spiel mussten sich die Depant GIESSEN 46ers Rackelos am Samstagabend den scanplus baskets Elchingen geschlagen geben. Den besseren Start und das bessere Ende erwischten die Gastgeber, die als heißer Anwärter auf die Meisterschaft gelten. Dazwischen trennten die beiden Kontrahenten des 3. Spieltags in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB-Süd stets nur wenige Punkte. Dabei mussten die Mittelhessen auf Wyatt Lohaus verzichten. Der US-Amerikaner hatte sich eine leichte Blessur an der Wade zugezogen und stand nicht im Aufgebot der Rackelos. Zum Topscorer wurde Tim Uhlemann mit 18 Punkten, davon neun von der Dreipunktelinie.

Während Cheftrainer Rolf Scholz die Defensivleistung seines Teams loben sollte, war am Anfang vor allem offensiv mächtig Sand im Getriebe. Elchingen startete mit einem 9:0-Lauf, den Julian Pesava nach dreieinhalb gespielten Minuten per Layup beendete. Wenig später fing Johannes Lischka einen Einwurfversuch von Kristian Kuhn ab, dribbelte nach vorne und fand dort Pesava, der in der zweiten Angriffswelle vorgerückt war und mutterseelenallein von jenseits des Perimeters verwandelte (5:10, 5.). Fast von derselben Stelle verwandelte Johannes Lischka selbst eine Minute später zum Anschluss. Filip Krämer markierte per Freiwurf den Gleichstand, bevor Lischka im Nachfassen auf 12:10 stellte. Die dreieinhalb verbliebenen Minuten im Auftaktviertel waren dann von dem Kampfbasketball geprägt, der dem Spiel bis zum Ende seinen Stempel aufdrücken sollte. Der Elchinger Korb blieb komplette Sperrzone für die 46ers, doch auch die Gäste konnten nur vier Punkte markieren. Dass sich Krämer früh sein drittes Foul einhandelte und auf die Bank musste, war da wenig förderlich. Für den Wühlbüffel kam allerdings Uhlemann, der einen echten Sahnetag erwischen sollte.

An der gegnerischen Grundlinie warf Tim Köpple das Spielgerät Anfang des zweiten Abschnitts zu seinem Namensvetter, der staubtrocken zum 17:16 abschloss (12.). Mit vereinten Kräften generieren die Gäste einen Stop. Zurück auf der Gegenseite ließ Köpple den Ball gut laufen und fand Pesava, der zum 20:16 aus Gießener Sicht erhöhte. Nicolas Möbus ließ direkt einen weiteren Dreier durch die Reuse fallen. Danach ging der offensive Rhythmus aber über Minuten verloren. Defensiv hatten sich die Mittelhessen nichts vorzuwerfen und hielten die Elche auf niedriger Flamme. Dennoch verstrichen fast fünf Minuten, bevor Leon Okpara einen Block von Lischka nutzte und zum 23:24 netzte (18.). Der ehemalige Licher BasketBär Lamar Mallory stopfte im Gegenzug aus dem Stand. Lischka aber hielt dagegen und legte am Brett sicher ab. Uhlemann tat es seinem Kapitän gleich und zwang Baskets-Coach Igor Perovic zur Auszeit. Aus dieser kam Möbus mit seinem dritten Dreier an diesem Abend, der zugleich den 29:27-Stand zur Halbzeitpause bedeutete.

Vier Punkte von Lischka nach dem Seitenwechsel ließen die 46ers die Führung zurückerobern. Immer wieder kontrollierten die Elche aber Offensivrebounds nach Fehlwürfen, die zu zweiten und dritten Chancen führten und einen 6:0-Run einleiteten (39:34, 25.). Zu selten kamen die Mittelhessen zu guten Abschlussversuchen in Brettnähe, etwa durch Köpple, der geschickt durch die gegnerische Verteidigung schnitt und von Uhlemann mustergültig bedient wurde. Wenig später verwandelte dieser per Tip-in zum 38:39-Anschluss und zwang Elchingen nach einem weiteren Dreier sogar zur erneuten Auszeit. Per Floater konnte Youngster Sebastian Brach sogar das 46:45 bestellen (29.). Aus der Ecke verwandelte Darian Cardenas kurz vor Viertelende aber zum neuerlichen Führungswechsel aus der Dreipunktedistanz.

Auch im Schlussviertel blieb es ein umkämpftes Spiel. Elchingen verschaffte sich einen 54:48-Puffer und zwang Gießen mit einer aggressiven Verteidigung immer wieder zu Fehlern. Erst nach einer Auszeit der Rackelos lief es besser. Lischka schloss am Brett trotz eines Fouls ab und verwandelte auch den Bonusfreiwurf. Kurz darauf schlich sich der Routinier frech in die Elchinger Zone, während die Rackelos hinten den Rebound kontrollierten, und legte nach Touchdownpass völlig frei zum 54:54 ab (36.) Ein Dreier gefolgt von einem schweren Unterhandkorbleger von Elchingens Luka Kamber wurde von den Mittelhessen stets ohne Zeitverzug beantwortet. Der nach Belieben treffende Uhlemann hielt seine Farben eineinhalb Minuten vor dem Ende so nach Spinmove im Spiel (61:62). Möbus Korbleger plus Bonusfreiwurf bei noch vierzig zu gehenden Sekunden markierte dann jedoch die Wende. Die Rackelos ließen viel Zeit verstreichen und bekamen Lischka bei 14 Sekunden auf der Uhr an die Freiwurflinie. Dort ließ der Routinier allerdings beide Versuche liegen, weshalb Cardenas‘ Dunk zum 69:61 den Endstand bedeutete.

Nach zwei Niederlagen gilt es für das Team um Trainer-Duo Rolf Scholz und Lutz Mandler nun nachzulegen. Gelegenheit dazu haben die Depant GIESSEN 46ers Rackelos am kommenden Sonntag (13.10.), wenn man um 18.00 Uhr die Basketball Löwen aus Erfurt empfängt.

Rolf Scholz (Cheftrainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Wir hatten offensiv Probleme, unseren Rhythmus zu finden. Hinten lief es allerdings deutlich besser. Obwohl wir 20 Turnover zugelassen haben, konnten wir eine der besten Mannschaften der Liga in ihrer Heimhalle unter 70 Punkten halten. Trotzdem war unterm Strich mehr für uns drin.“

Scanplus baskets Elchingen – Depant GIESSEN 46ers Rackelos 69:61 (29:27)

Viertelergebnisse: 14:12, 15:15, 19:19, 21:15

scanplus baskets Elchingen: Calvin Oldham JR (2 Punkte), Lamar Mallory (9), Stefan Fekete (4), Luka Kamber (10), Darian Cardenas Ruda (13), Marius Fitsch (2), Nicolas Möbus (12), Jacob Mampuya (4), Karlo Miksic (4), Kristian Kuhn (9).

Depant GIESSEN 46ers Rackelos: Tim Köpple (2), David Amaize, Filip Krämer (7), Tim Uhlemann (18), Leon Okpara (7), Johannes Lischka (17), Julian Pesava (8), Sebastian Brach (2), Hannes Osterwalder.

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