Kantersieg mit Wermutstropfen – Schweizer verletzt sich beim 95:61 über Tropics

Kantersieg mit Wermutstropfen – Schweizer verletzt sich beim 95:61 über Tropics

Auch ohne Tim Uhlemann und Tim Köpple, die im Aufgebot der JobStairs GIESSEN 46ers gegen Bonn standen, konnten die Depant GIESSEN 46ers Rackelos am Samstagabend einen überzeugenden Sieg feiern. Mit 95:61 (46:34) behielten die Mittelhessen beim Aufsteiger TSV Oberhaching Tropics die Oberhand. Während jedes Viertel zu Gunsten der Gäste ausging, war es der Schlussabschnitt, der endgültig den Deckel draufmachen sollte: Dieser ging mit 30:11 an die Rackelos. Die Feierlichkeiten trübte eine schwere Verletzung, die sich Felix Schweizer zuzog. Mit viel Energie war dieser in der Schlussminute zum Korb gezogen und hatte sich dabei am Knie verletzt. Noch in der Halle musste Schweizer mehrere Minuten behandelt werden.

Immerhin die vorangegangen 39 Minuten boten Anlass zur Freude. Für die Rackelos war es der zehnte Saisonsieg und bereits der fünfte auf fremden Parkett. Den besseren Start erwischten aber die Tropics, die angeführt von Christoph Würmseher, der einmal auflegte und danach selbst verwandelte, auf 4:0 stellten. Danach war auf den US-amerikanischen Wirbelwind der 46ers II Verlass: Wyatt Lohaus eroberte mit einem Dreipunktespiel und einem Dreier die Führung (6:4, 3.). Zwei Steals durch Lohaus und danach Filip Krämer stellten unter Beweis, dass die Rackelos nun auch defensiv hellwach waren: Die generierten Fastbreakabschlüsse verfehlten ihr Ziel nicht. Als Leon Okpara nach Zuspiel von David Amaize von Downtown auf 13:8 stellte, beantrage Haching-Coach Mario Matic die erste Auszeit (5.). Aus dieser heraus zeigte sich Justin Hedley umtriebig und scorte zweimal in Folge. Krämer hielt mit einem weiteren Dreier aber die Führung der Gäste fest. Danach ging die Schlagzahl runter. Der von Gießen angerührte Zement erwies sich dabei als noch fester, weshalb ein Layup von Lohaus gefolgt von einem Jumper durch Hannes Osterwalder bereits das 20:14 (9.) bedeuteten. Erst in der Schlussminute befreiten sich die Tropics aus ihrer zeitweiligen Paralyse. Zunächst durch mehrere Freiwürfe, dann durch einen Korbleger mit der Sirene und nach Sprint übers gesamte Feld durch Peter Zeis hieß es nur noch 22:19 aus Sicht der Mittelhessen.

Nach „Wiederanpfiff“ sah die Defensive deutlich verbessert aus. Osterwalder und Johannes Lischka aus der Halbdistanz markierten die ersten Treffer. Als der für den bis dahin durchspielenden Lohaus frisch eingewechselte Felix Schweizer sogar auf 28:19 stellte, zog Coach Matic mit einer weiteren Auszeit die Reißleine. Miljan Grujic brach den Bann und sorgte für die ersten tropischen Punkte im zweiten Durchgang. Auf der Gegenseite zog Lischka aber ein Foul und konnte so wieder auf 30:21 stellen. Erst als Zeis und Würmseher per Dreipunktespiel in kurzer Folge einen 5:0-Run aufs Parkett legten, schien das Spiel zu kippen. Coach Rolf Scholz beantragte zur Viertelmitte eine Auszeit und stellte sein Team neu ein. Ein Steal gefolgt von einem Sprungwurf durch Moritz Wohlers bedeuteten dennoch den 28:32-Anschluss (16.). Dann schlug die Stunde von Krämer: Einen verworfenen Freiwurf von Okpara veredelte der Big Man nach Offensivrebound noch zum 35:28. Okpara ließ kurz darauf einen Layup folgen. Punkte von Osari Knox und Grujic ließen das Pendel kurzzeitig wieder in bayerische Richtung schwingen (39:34, 18.). Die letzten zwei Minuten vor dem Pausentee nutzten die Rackelos schließlich zu einem beherzten Run: Zunächst Lohaus via Tip-in, danach Okpara aus dem Dreipunkteland und schließlich Lohaus per Jumper in der Schlussminute sorgten für das 46:34 zur Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel war es Krämer, der die ersten Zähler für sich beanspruchen durfte. Danach zogen Hedley und Kögler aber jeweils mit Dreiern nach und brachten ihre Farben zurück auf Tuchfühlung (40:48, 23.). Erst als sich John Boyer zu einem unsportlichen Foul hinreißen ließ, gewann der 46ers-Express wieder an Fahrt. Krämer blieb an der Bonuslinie schadlos, den fälligen Extraangriff gestaltete der exzellent aufgelegte David Amaize mit einem Dreier erfolgreich. Hedley hielt auf der Gegenseite zwar mit einem Doppelschlag dagegen. An der konstanten knapp zweistelligen Führung der Gießener konnte Oberhaching aber nicht rühren. Als Julien Pesava durch Freiwürfe für neuerliche Punkte sorgte und Osterwalder wenig später via Layup auf 61:48 (28.) erhöhte, beantrage Matic die nächste Auszeit. Der Cheftrainer schickte Ferdinand Kleber ins Rennen, der in einer nun langsamer geführten Spielphase das 50:61 erzielen konnte. Generell schienen die Nägel in der Grundschule Deisenhofen nun aber wie vernagelt. Erst Youngster Sebastian Brach ließ elf Sekunden vor dem Viertelende den nächsten Ball durch die Reuse flutschen, weshalb die Rackelos mit 65:50 ins Schlussviertel gehen durften.

Danach spielten die Gäste wie aus einem Guss. Zweimal schlug Okpara per Korbleger zu, Krämer markierte an der Freiwurflinie das 72:52. In der nächsten Angriffssequenz ließ Okpara seine Punkte 14, 15 und 16 durch den Ring segeln. Damit hatte der Combo-Guard freilich noch nicht genug, sondern legte mit einem Korbleger nach. Treffer von Krämer aus der Nah- und Pesava aus der Dreipunktedistanz machten den Deckel früh drauf (81:52, 34.). Insgesamt war es ein 18:3-Run, den die Rackelos in Süddeutschland aufs Parkett zauberten. Vor allem Krämer war in der Schlussphase nicht zu stoppen und erzielte sechs Punkte zwischen der 36. und 38. Minute (90:59, 38.). Ein weiterer umjubelter Dreier von Brach gefolgt von einfachen Zählern durch Okpara erhöhten auf 95:59. Am Ende sollten sich alle neun mitgereisten Gießern in die Scoringliste eintragen. Statt Feierlichkeiten herrschte nach dem verletzungsbedingten Aus von Schweizer in der Schlussminute freilich gedrückte Stimmung.

Weiter geht es für die Depant GIESSEN 46ers Rackelos mit einem Heimspiel gegen Ulm (Sonntag, 26. Januar, 18:00 Uhr).

Rolf Scholz (Cheftrainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Das war eine unnötige Verletzung und ein großer Wermutstropfen. Trotzdem war das Spiel an sich natürlich erfreulich. Es war eine gute Mannschaftsleistung. Über unsere starke Verteidigung haben wir Selbstvertrauen getankt und uns dann im Angriff mit vielen Extrapässen Chancen erarbeitet.“

TSV Tropics Oberhaching – Depant GIESSEN 46ers Rackelos 61:95 (34:46)

Viertelergebnisse: 19:22, 15:24, 16:19, 11:30

Depant GIESSEN 46ers Rackelos: David Amaize (4 Punkte), Filip Krämer (21), Leon Okpara (22), Johannes Lischka (10), Julian Pesava (9), Felix Schweizer (2), Wyatt Lohaus (14), Sebastian Brach (6), Hannes Osterwalder (7).

TSV Oberhaching Tropics: Christoph Würmseher (6), Moritz Wohlers (9), Janosch Kögler (10), Peter Zeis (6), John Boyer (5), Miljan Grujic (8), Ferdinand Kleber (2), Justin Hedley (11), Sebastian Rauch, Omari Knox (4).

Letzte News